Hallo ihr Lieben!
Wie geht es euch? Ich bin nur noch weniger als einen Monat in Suedafrika! Das ist sooo komisch, aber gelichzeitig auch okay! Bei den Kindern faengt morgen wieder die Schule an. Es waren wieder viele waehrend der Ferien bei Verwandten oder Pflegeeltern. Jetzt wird es langsam wieder voll und laut. Heut morgen bin ich endlich wieder in der Frueh von schreienden Kindern aufgeweckt worden... Echt seltsam, aber ich werde garantiert ab udn zu schreiende Kinder vermissen. Schreiende Childacareworker eher weniger.
Aaaaalso. Bevor meine drei Maedels udn ich nach Mosambik gefahren sind, haben wir einen Stop in Johannesburg gemacht. Dort haben wir eine Nacht geschlafen und uns einen Tag die Innenstadt angeguckt. Das war zumindest unser Plan. Der wirre Verkehr hat uns schon etwas zu schaffen gemacht. Und wir hatten nicht nur Angst um uns, sondern auch um unseren 'Spacepanda', wie wir unseren kleinen Chevrolet Spark nannten. Der war naemlich zwischen den ganzen Minibustaxen und anderen Autos so in etwa der einzige unverbeulte Wagen. Zunaechst sins wir zum 'soccerCity' gefahren. So heisst das Stadion, in dem viele WMspiele statt fanden. Leider konnten wir uns es nicht von drinnen angucken, man haette sich dafuer zu einer Fuehrung anmelden muessen. Danach wollten wir eigentlich Hilario, einen alten mosambikaniscehn Volunteer besuchen, der zurzeit in Joburg arbeitet und bei seinem Onkel wohnt. Aus Zeit- und verkehrsbedingten Stress haben wir uns dann aber doch dagegen entschieden und sind nach Johannesburg ins Center gefahren. Waehrend wir am morgen noch Spaesse gemacht haben 'Wer findet den ersten Weissen', fand es ich spaeter schon etwas seltsam, dass ausser uns nur Schwarze in den Autos udn auf der Strasse zu sehen waren. Wir hatten uns vorgenommen, unser Auto etwas ausserhalb bei securitymenschen zu parken und dann zu Fuss in die Innensadt zu gehen. Diesen Plan wurde uns zu unheimlich, als wir an einer Ampel halten mussten (ueberall waren tausend Autos, Minibusse, Menschen)und ploetzlich ein Mann an Manus Fenster kam. Dieses hattet wir einen kleinen Spalt aufgelassen, da es richtig warm war. Unsere Tueren waren natuerlich verschlossen. Auf jeden Fall war ich verwirrt, als die Laune des Mannes schlagartig umschlug und aus seinem 'Hello, my name is... how are you?" ein 'Give me the fucking phone!' wurde. Mitlerweile war ein zweiter Mann an Svenjas Fenster gekommen. Abwechselt bekamen wir dann ein 'give me the fucking phone' und ein 'I shoot now" zu hoeren und wussten echt nicht, was wir machen sollten. Die Finger der Maenner passten so grade durch die Fensterspalte durch. Als der eine Mann dann einen Countdown angefangen hat, hat uns die gruen werdene Ampel zum Glueck erloest und Manu hat aufs Gas gedrueckt. Als wir dann aus dem groebsten Verkehr raus waren, mussten wir uns erstmal beruhigen und es hat noch bis zum naecshetn Tag gedauert, bis wir ueber die Fettspuren der Maennerfinger an unseren vorderen Fensterscheiben lachen konnten. Wir haben uns dann dagegen entschieden, die Innenstadt zu Fuss zu erkunden und sind dann ziemlich bald in unseren Backpacker, so werden die guenstigen Unterkuenfte in suedafrika genannt, gefharen. Nachdem wir eine 30centsuppe und braunes Brot gegessen hatten und dabei am Kamin sassen, ging es uns viel besser. Auch wenn wir uns sehr ueber einen jugendlichen Hollaender gewundert haben, weil er uns heimlich nachts fotografiert hat, sind wir gut gelaunt am naechsten morgen weiter nach Pretoria gefahren. Dort haben wir uns das Parlament und ein paar andere Gebauede angeguckt. Unser Visum haben wir erst an der Grenze bekommen. Zum Glueck hatte ich einen portugiesischen Sprachfuehrer dabei, den mir Leo geschenkt hatte, denn die Visafrau, neben derem Namensschild 'international' stand, konnte kein Englisch. Als wir unser Visum und Stempel hatten, waren wir echt froh, weiter fahren zu koennen. Wir wurden naemlich von tausenden Maennern angesprochen, die uns helfen wollten, unsere visa schneller zu bekommen und dafuer offentsichtlich Geld wollten. Direkt nach der Grenze sind uns ein paar Ziegen ueber die Strasse gelaufen. Von der Provinz Maputo bis in die Innenstadt Maputo mussten wir dann nochmal ca 2 oder 3 Stunden fahren und haben unseren Backpacker erst in der Dunkelheit erreicht. Dort habe ich versehentlich das Handygeld des Rezeptionisten leer gemacht, weil es im Gegensatz zu Suedafrika so gut wie keine public phones (telefonzellen) gibt. Nachdem ich mit leo telefoniert habe, ist sie auch direkt mit ihremn Vater und Bruder in ihrem Bakkie vorbei gekommen. Ein Bakkie ist ein pick up, ich weiss auch nicht, warum dass hier nur Bakkie heisst. Es war total schoen, sie wieder zu sehen! Leider hatte Leo die ersten paar Tage viel zu tun; sie arbeitet naemlich in einem Projekt gegen HIV und Tuberkulose mit. Also haben wir vier beschlossen, die naecsghethn zwei tage etwas hoeher in den Norden zu fahren. So waren wir zwei anderthalb Tage in Xeixei, einer schoenen Stadt am Meer. Wir haben wieder viele freudnliche Menschen getroffen und alle haben usn empfohlen, noch hoeher zu fahren. Aber da ich auch nach Mosambik gekommen bin, um Zeit mit leo zu verbringen, die ja in Maputo City lebt, sind wir bald zurueck gefahren. Auf beiden Strassenseiten waren immer weider kleine Staende, an denen man geroestete Cashews, Massalas, Maracujas, Mais, Weissbrot, Bananen und viel anderes Obst und Gemuese kaufen konnte. Vieles hatten wir noch nie vorher gesehen und es hat total Spass gemacht, so viel Obst zu probieren. Zum Beispiel haben wir einmal eine Frucht gekauft, die schon sehr alt aussah und etwas nach Pipi gerochen hat. Der Name ist mir grade wieder entfallen. Dieser leicht sauerliche Geschmack mit der seltsamen koernigen Konsistenz war echt gut! Ein andees mal ahben wir geroestete Maiskolben und gekochte Erdnuesse gekauft, das war auch lecker. Aber gegen die geroesteten Cashewnuesse kam bei mir nichts an ;-)
Zurueck in Maputo hatten wir dann einen schoenen Maputoerkundungstag, an dem wir auch zu fuenft mit einem 'Tuctuc', so eine Art Rikscha umhergefahren wurden. Diese kleinen dreiraedrigen Fahrzeuge mit Motor sind eigentlich nur fuer zwei Gaeste vorgesehen. Aber mit unserem Charm und um ehrlich zu sein glaub ich auch mit 'Weissseinbonus' durften wir dann alle mit. Als wir es dann aus einem Strassenloch nicht mehr herausgeschafft hatten, mussten drei von uns schnell herausspringen. Der eigentlich beste Tag war unser Inseltag mit abschliessendem Besuch in Leos Familie. Wir sind mit einer Faehre fuer weniger als 4 Euro ziemlich nah an die Insel 'Inhaka'
gefahren und mussten dann in kleine Fischerboote umsteigen, da der Wasserstand ziemlich niedrig war. Ich bin echt froh, dass ich mich nicht uebergeben musste, obwohl wir so gut wie keinen Seegang hatten, war mir schlecht. Die Insel kam uns vor, wie ein Paradies. Erst haben wir uns zur staerkung ein paar Maisgebaecke und ein seltsames selbstgebrautes Erfrischungsgetraenk gekauft, dessen Namen wir uns leider nicht merken konnten und dann sind wir am Strand entlang gelaufen. Als wir am nachmittag zurueck gefahren sind, hatten wir nur wenig zeit, bevor wir uns mit Leo auf einem Hotelparkplatz getroffen haben, von dem aus wir von ihrem Vater, ihrem Cousin und ihr abgeholt wurden. Unser Auto haette die Sandstrasse wahrscheinlich nicht gut passieren koennen. Obwohl wir im Dunkeln ankamen, liefen noch viele menscehn auf der Strasse herum. Auch bei Leos Zuhause war mehr los, als wir erwartet hatten und so habe ich ein schlechtes Gewissen bekommen, da wir viel zu wenig Getraenke mitgebracht hatten. Wir wurden direkt total nett umsorgt und sollten uns erstmal hinsetzten. Es schein so, als waer Leos ganze Familie nur wegen uns gekommen. Von ihren zwei Cousins bekamen wir eine kleine Rundfuehrung draussen. Naja was heisst Rundfuehrung, wir sind in das eine der zwei Steingebaude gegangen und haben den selbsgebrauten Mango-orangen-schnaps probiert. Danach hat Leo uns in ihrem kleinen Haus herumgefuehrt. Sie hat ihr eigenes Zimmer, das ist jedoch eher klein und mir ist aufgefallen, dass bis auf das Wohnzimmer die Waende nicht gestrichen sind, sondern nur betongrau sind. ich habe mich total gefreut, dass Leo mein Abschiedsgeschenk an sie aufgehangen hat. Ein Fotoplakat von small anna, leo und mir. Die beiden waren ja meine ersten Zimmerpartner. Dieses war neben ein paar Taschen auch der einzige Wandschmuck. Im Flur waren mehrere Saecke mit Erdnuessen aufgestapelt. Die Kueche habe ich mir leider nicht genau angeguckt. Ich weiss nur, dass sie Draussen eine Feuerstelle haben, an der sie das Wasser zum Waschen erwaermen. Als ich nach den Toiletten gefragt habe, wollte Leo uns diese 'maybe later' zeigen und das haben wir dann doch nciht gemacht. Sie hatten auf jeden Fall keine Toilette direkt am Haus. (Ich denke mir, dass es mit den Toiletten so ist, wie ich es aus dem Township Klipheuvel kenne: An einer Stelle stehen mehrere Toiletten, die sich alle teilen. Man spuelt mit Wasser nach, dass man mit einem kleinen Gefaess aus einem Wassercontainer neben den Tioletten schoepft.)
Nach der Rundfuehrung gab es einen Sektanstoss und Domingos, der auch Volunteer bei usn war und wie Leo und Hilario in maputo lebt, ist auf die Idee gekommen, dass manu ja beten kann. Leos Vater meinte, dass sie das ruhig auf deutsch machen darf. Also wurde erst auf deutsch und dann auf einer mosambikanischen Sprache (nicht portugiessisch) gebetet. Dann haben leo und ihre beste Freundin uns Capulans, trditionelle Tuecher, die man als Rock umbindet, gebracht und uns geholfen, uns damit anzukleiden und wir haben viele Fotos gemacht. Danach durften wir uns von dem zahlreichen Essen nehmen, wir Gaeste haben zuerst bekommen. Zu Beginn gab es eine Kohlsuppe und danach vor allem viel Gemuese, Kartoffeln, aber auch gekochte Haehnchenfuesse. Nach dem Essen ging die Fotosession mit der ganzen Familie im Wohnzimmer weiter. Danach haben wir noch viel getanzt. Und um 12 oder so Kaffee und Tee getrunken und dazu selbstgebackenes Brot und Kuchen gegessen. Mit Leos aelterem Bruder konnte ich soagr etwas Xhosa sprechen, da er eine aehnliche Sprache sprechen kann. Aber mein portugiesich hatt er noch besser verstanden. (Ich war froh, dass er mich doch nicht ganz komsich fand: Am ersten Abend, als Leo mit ihrem Vater und Bruder zu unserem Backpacker gefahren ist, hatte ich mein Salatkuemchen in der Hand. Mit gekauften Essig- und oeldressing. Also habe ich den Dreien etwas angeboten und der Bruder, ich glaube, er dachte, es sei eine Suppe, hat den Loeffel nur in die Salatsosse getunkt. Und anschliessend sein Gesicht zimelich verzogen. Ich musste dann ziemlich lachen aber er wirkte etwas verwirrt.)
Es war einfach ein so schoener Abend! Es war fuer uns eine Ehre, dass wir da sein durften und fuer sie war es eine Ehre, das wir gekommen sind. Am nachsten Tag hat sich Leo ganz viele Fotos in einem Fotoladen in Maputo ausgedruckt. Achja, auf der Rueckfahrt, wir hatten gerade Domingos nach Hause gebracht (er wohnt auch in so einer Sansstrasse)wurden wir von einem Polizisten angehalten, der unsere autopapiere sehen wollte. Leider hatten wir einsw davon in unserem backpacker vergessen und das fand er ziemlcih gut. Er meinte die ganze Zeit, dass wir ladies uns jetzt etwas einfallen lassen muessen und uns war klar, dass er Geld haben wollte. Er meinte, dass wir eigentlich mit ihm zur Polizeisation mussten und dort 200 metical (ca 50 euro) zahekn muessten. Eigentlich. Stattdessen wollte er dann, dass nur einer von uns aussteigt. Das fanden wir etwas gruselig, also sind manu und ich zusammen raus gegangen. Dort haben wir dann auf 100 Meticall runter gehandelt und waren froh, als wir wieder im backpacker waren.
Allgemein muss ich aber sagen, dass ich mich in Mosambik nie wirklich unsicher gefuehlt habe, sondern mich, obwohl ich aufgefallen bin, super wohl gefuehlt habe. Einmal sind wir mit leo zu einer Freundin gegangen, um ihr unser Mitgefuehl zu zeigen, weil sie ihr Kind verloren hatte. Da wir noch Leos Freundin abgeholt hatten, aber nicht zu siebt fahren wollten, sind Leo und ich zu Fuss zu dem Haus der Freundin gelaufen. Hand in Hand. Es war irgendwie ein gutes Gefuehl, dass wir beide da zusammen entlang gelaufen sind, mit unseren aufffaellig unterschiedlichen Hautfarben. Leo konnte dann auch mal miterleben, wie beobachten wir uns staendig gefuehlt haben und ich waer diese kleine Strasse ohne sie nie entlang gelaufen. Vor dem kleinen Haus der Freundin haben wir uns wieder eine Capulana umgewickelt und dieses mal habe ich auf deutsch fuer die Freundin und ihr Kind gebetet. Es war ein seltsames Gefuehl, laut vor anderen fuer eine Person zu beten.
Okay, das wars erstmal zu Mosambik. Ich muss schnell zurueck zum Childrenshome, die letzten Tage mit Svea ausnutzen, sie geht naemlcih am Mitwoch...
Bis ganz ganz bald! Achja, Nora, Omi und Oma, Danke fuer eure Briefe, ich freu mich immer sehr! Antworten sind in Arbeit! =)=)
naecsghethn ?! [:
AntwortenLöschenWo steht das denn? heisst bestimmt naechstes oder so
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